0

Was ist bildende Kunst? Wann kann sich jemand als bildender Künstler bezeichnen? Und wie verdienen bildende Künstler ihren Lebensunterhalt?

Eine Kunstausstellung läuft anders ab als eine künstlerische Performance. Zwar bezeichnen wir ein Gemälde ebenso als Kunst wie ein Theaterstück. Aber es gibt einen entscheidenden Unterschied: Bei einer Ausstellung muss der Künstler nicht anwesend sein. Seine Werke sprechen für sich, sie sind zeitlos und unabhängig von dem, der sie erschaffen hat. Jede Kunstrichtung, aus der am Ende des Schaffensprozesses ein eigenständiges Gebilde hervorgeht (z.B. Architektur, Bildhauerei, Malerei, Kalligraphie, Kunsthandwerk und Fotografie), nennt sich bildende Kunst.

Für ein Theaterstück hingegen benötigt Darsteller, eine Bühne, Kulissen – ja, zumindest jemanden, der den Text rezitiert. Die Kunst muss jedes Mal aufs Neue erlebbar gemacht werden. Und die Art der Performance ist Teil des Ergebnisses. Denn es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Text einen Tanz oder ein Musikstück zu interpretieren, zu betonen und in Szene zu setzen. Darum nennt sich diese Kategorie darstellende Kunst.

Bildende Künste Definition

Einfach zusammengefasst: Als bildende Kunst bezeichnet man jede Kunstrichtung, die dingliche, räumlich vorhandene Werke entstehen lässt.

Da wir Gemälde, Fotos, Skulpturen etc. meistens nur visuell mit den Augen wahrnehmen, zählt man sie zu den visuellen Künsten. Bildende Kunst ist darum immer visuelle Kunst. Auch das ist ein Unterschied zur darstellenden Kunst, die mehrere Sinne zugleich anspricht, beispielsweise durch Musik und Tanz.

Wann bin ich bildender Künstler?

Kunst ist eng verwandt mit Handwerk und Technik. Die Grenze lässt sich nicht immer eindeutig ziehen. Ist ein Architekt, der ein Parkhaus entwirft, ein bildender Künstler? Sind die Maler, die anschließend die Außenfassade anstreichen, bildende Künstler? Ist Produktfotografie visuelle Kunst?

Ob wir etwas als Kunst empfinden, hängt im Grunde von zwei Faktoren ab:

  • Die Intention des Schöpfers. Wurde zum Beispiel ein Foto mit künstlerischer Ambition geschossen oder ist es rein zweckmäßig entstanden?
  • Unsere Wahrnehmung von Kunst. So können manche Menschen etwa abstrakte Kunst nicht ernstnehmen, weil sie meinen, „das hätte ich auch selbst gekonnt“. Ist das Kunst oder kann das weg?  Die Antwort darauf ist immer subjektiv.

Spätestens dann, wenn ein Kunstwerk es in eine Galerie geschafft hat, darf der Verursacher sich ruhigen Gewissens als bildender Künstler bezeichnen.

Doch bis ihre Werke von der Öffentlichkeit anerkannt werden, ist es für die meisten Künstlerinnen und Künstler ein langer Weg. Manche werden zwar ausgestellt, verdienen aber zu wenig mit der Kunst, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Andere verkaufen ihre Werke erfolgreich, ohne jemals in einer Galerie gewesen zu sein. Womit wir schon bei der nächsten Frage wären…

Was macht ein bildender Künstler?

Wie haben die bildenden Künstler, deren Werke heute Millionen Wert sind, ihr Geld verdient, bevor sie reich und berühmt wurden? Und wie kommt man über die Runden, wenn man noch ganz am Anfang steht?

Zu Beginn einer Karriere erzielen Kunstwerke meistens nur einen geringen Geldwert. Darum wäre es klug, mit dem Verkauf der Originale zu warten, bis die ersten Ausstellungen durch etwas Aufmerksamkeit und Anerkennung den Wert steigern.

Für Maler, Illustratoren und Fotografen bietet es sich an, bis dahin Kunstdrucke ihrer Bilder zu verkaufen. Es gibt Online Galerien, bei denen bildende Künstler ihre Werke direkt selbst anbieten können. Viele potenzielle Käufer suchen sogar gezielt nach Angeboten direkt vom Künstler und wollen junge, aufstrebende Talente unterstützen. Allerdings ist es schwierig, bei dem großen Angebot dieser Plattformen Sichtbarkeit zu erlangen.

Auftragsarbeiten sind eine gute Möglichkeit, dazuzulernen und die eigene Technik zu verfeinern. Außerdem steigern sie den Bekanntheitsgrad und bringen eine kalkulierbare Summe Cash in die Kasse. Besonders Kunsthandwerker arbeiten hauptsächlich auf Auftragsbasis. Aber auch Portraitmaler, Karikaturisten usw., die ihre Dienste zu Events, an Touristen Hotspots oder im Internet anbieten, verdienen mitunter gutes Geld.

Es lohnt sich, darüber nachzudenken, ein begehbares Atelier oder einen kleinen Laden einzurichten, wo Interessenten Werke begutachten und in Ruhe eine Kaufentscheidung treffen können. Viele bildende Künstler und Kunsthandwerker sind außerdem auf Messen unterwegs.

Beliebte Karrieresprungbretter sind Ausschreibungen für bildende Kunst, bei denen es Preisgelder und Stipendien zu ergattern gibt. Bei der Gelegenheit werden vielleicht auch Kuratoren und Galerien aufmerksam.

Hinterlasse einen Kommentar